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Corona Virus

 
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Corona Virus
von Rolf - Dienstag, 23. Juni 2020, 09:55
 

Sehr geehrte Interessenten,

aufgrund der aktuellen epidemischen Lage wird auch Deutschland früher oder später in allen Bereichen spürbar reagieren. Wir hoffen auf einen milden Verlauf der Pandemie, auf gute Genesung der Betroffenen und auf starke Nerven der Eltern, die aufgrund der Schließung von Schule und Kita die Betreuung 24/7 in Heimarbeit leisten müssen.

Für das Fernlernen kann diese Krise aber auch ein Impuls sein, dieses Lernformat Distance learning einmal zu testen und evtl. neu zu erfahren. Denn Fernlernen ist heute mehr, als alleine Lesen und Verstehen müssen. Unterstützende Lernorte wie Podcasts, Videos, Webinare und die individuelle, tutoriell betreute Lernplattform ergänzen z.B. unsere meist auch kombinierbaren Fernlehrangebote.

Lernfreundliche Grüße

Rolf Schneider


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Re: Corona Virus
von Rolf - Dienstag, 23. Juni 2020, 09:55
 

Die aktuelle Pandemie führt besonders uns Heilpraktiker aber auch die zukünftigen Heilpraktiker drastisch vor Augen, wie sich eine (meist) virale Infektionskrankheit auswirken kann. Das geltende Infektionsgesetz, welches (neben anderen Regelwerken) die gesetzliche Grundlage des behördlichen Handelns bietet, ist vor ca. 20 Jahren entwickelt worden und etwas später verabschiedet worden. Die Grundkonstruktion ist so, dass es schnell erweitert und gewissen Entwicklungen angepasst werden kann. Das haben zahlreiche Ergänzungen bzw. Erweiterungen der letzten 20 Jahre gezeigt.


Dieses Gesetz jedoch in seiner Gesamtheit zu verstehen, ist einmal mehr wichtig, da von den HP-Anwärtern im Wesentlichen die Meldepflicht, die Behandlungsverbote und die Erkrankungen nach § 6, mehr oder weniger als ungeliebter Lernstoff, wahrgenommen wurden. Da können sich die Fachdienstleiter der überprüfenden Gesundheitsämter noch lange dran austoben.


Ich appelliere deshalb, auf Grundlage aktuellen epidemischen Lage und im Hinblick auf kommende HP-Überprüfungen, an die Teilnehmer, die sich auf die nächsten Überprüfungen vorbereiten, ihre Hausaufgaben zu machen und sich der Bedeutung und v.a. die Notwendigkeit dieses Gesetzes zu vergegenwärtigen.


Das Infektionsschutzgesetz ist zwar 20 Jahre alt, aber als Institution der staatlichen Vorsorge für die Gesundheit der Bürger immer noch hochaktuell, in der Abwendung von Infektionsgefahren durch Maßnahmen des öffentlichen Gesundheitswesens und nicht nur als Instrument der infektionsepidemiologischen Überwachung der Infektionskrankheiten.


Die Brisanz der Infektionserkrankungen und der Notwendigkeit gesetzlicher Vorsorge wird in diesen Tagen wieder einmal deutlich.


Das Infektionsschutzgesetz hat neben dem Erkennen und Bekämpfen von Infektionskrankheiten die Prävention als Leitgedanken. Dies wird in zahlreichen Diskussionen und Beiträgen gerade wieder deutlich.


Maßgebende Bedeutung für den Schutz der Bevölkerung erhalten Meldungen über Infektionskrankheiten aber nur durch ihre konsequente Zusammenführung und deren rasche weltweite, aber auch nationale epidemiologische Analyse. Unklar bzw. diskussionswürdig ist deshalb die Inkonsequenz der Durchführung der Präventivmaßnahmen und die zögerliche Umsetzung der Unterbrechung von evtl. Infektionsketten, zugunsten von Liberalitäts- und Föderalismusgedanken in der BRD. Und vor allem, keiner der Verantwortlichen kann sagen, man habe nichts gewußt. Höchstens etwas nicht gelesen, denn bereits Ende 2012 gab es einen Bericht mit einer Risikoanalyse.(Siehe Anhang, ab Seite 5 und im Anhang 4)


Durch das IfSG soll die Stärkung der Eigenverantwortung von Personen in infektionsgefährdeten Bereichen durch Information und Aufklärung gefördert werden. Das setzt aber auch voraus, dass die Bevölkerung willens und in der Lage ist, diese Anregungen zu Verstehen und umzusetzen und das Anordnungen und deren Befolgung v.a. ausreichend kontrolliert werden können.


Ich zweifle nicht an dem Infektionsgesetz, ich bin mir aber nicht sicher, ob die nötige Substanz und Infrastruktur vorhanden ist, dieses Gesetz seine ureigentliche Wirkung entfalten zu lassen.


Ich wünsche all` unseren Foristen ein gutes Immunsystem und die nötige Muße, sich vertiefend mit dieser Materie auseinandersetzen zu können.


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Re: Corona Virus
von Rolf - Dienstag, 23. Juni 2020, 09:57
 
Allgemeines zu den Viren
Viren besitzen eine Struktur, die anders ist als bei Zellen oder Bakterien. Gemeinsam haben alle Viren meist eine Hülle, einzelne Enzyme und eine (relativ geringe) Menge an Erbgut. Sie besitzen keinerlei Organellen. Sie sind ohne eine Wirtszelle nicht lebensfähig. Sie sind, ebenso wie Bakterien, Protozoen und Prionen mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Neben den Prionen sind die Viren die kleinsten Krankheitserreger. Ihre Größe liegt im Bereich zwischen millionstel Millimeter und tausendstel Millimeter. Im biologischen Sinne sind Viren auch keine Lebewesen. Die Biologie verlangt als Kennzeichnen eines Lebewesens (neben einigen anderen) die Vermehrungsfähigkeit und die Fähigkeit zum eigenen Stoffwechsel. Viren können sich weder alleine fortpflanzen noch einen nennenswerten Stoffwechsel betreiben. Sie benötigen dafür eine Wirtszelle, deren Organellen sie für ihre Zwecke ausnützen können.

Was sind dann aber Viren, wenn wir sie nicht als Lebewesen bezeichnen können?

Man kann sie mit den Samen einer Pflanze vergleichen, die praktisch keine Lebensäußerung zeigen und erst aktiv werden, wenn sie auf die richtige Umgebung treffen. Viren sind also sozusagen ein Stück gespeichertes eingefrorenes Leben, das erst wieder aktiv auftritt, wenn es in die geeignete Umgebung (das Innere einer Wirtszelle) gelangt. Es gibt sogar Viren, die auf den Befall von Bakterien spezialisiert sind, die so genannten Bakteriophagen.


Vermehrung von Viren

Im Mittelpunkt des Krankheitsgeschehens bei einer Virusinfektion steht die Vermehrung des Virus. Sie ist das einzige Ziel des Virus, und für sie benötigt er eine Zelle, in die er eindringen muss. Die Zelle leidet darunter, je nach Art des Virus mehr oder weniger. Nicht selten stirbt sie dabei ab. Wir wollen daher die Virusvermehrung, die für alle Virusarten nach demselben Schema abläuft, kurz erläutern.


1) Adsorption

Der Virus kann nicht aktiv in die Zelle eintreten. Er wählt daher einen Weg, bei dem ihn die Zelle selbst in ihr Inneres holt. Man kann dieses Einschleichen mit einer Briefbombe vergleichen. Der Virus tarnt sich als ganz normaler Brief und legt sich in den Briefkasten der Zelle.


2) Penetration

Nach einer Weile holt sich die Zelle ihre vermeintliche Post aus dem Briefkasten. Der Virus gelangt also in das Innere der Zelle. Dieser Vorgang wird durch die Zelle aktiv geleistet, da sie sich durch den Virus hat täuschen lassen. Man nennt ihn die Penetration des Virus.

Ist der Virus erst einmal in das Zellinnere gelangt, kann sich die Zelle fast nicht mehr gegen ihn schützen.


3) Uncoating

Die Zelle öffnet ahnungslos ihren vermeintlichen Brief und die Bombe explodiert. An dieser Stelle hinkt unser Vergleich ein wenig. Zwar muss das Virus, um wirksam zu werden von seiner Hülle befreit werden, aber seine Auswirkung auf die Zelle entwickelt sich nicht explosionsartig.


4) Synthese der Virusproteine und des Viruserbgutes

Das Virus ist nun der Herr im Haus. Er zwingt seine Wünsche dem Stoffwechsel der Zelle auf. An diesem Punkt unterscheiden sich die einzelnen Virusarten erstmals etwas voneinander. Manche Arten erzwingen zunächst die Produktion einiger Proteine durch die Zelle, bevor sie ihr Erbgut kopieren lassen. Andere veranlassen als erstes die Vermehrung ihres Erbgutes und erst danach die Produktion ihrer benötigten Eiweiße. Wichtig ist, dass die Zelle nur die Einzelteile des Virus produziert. Der Virus wird erst im nächsten Schritt aus seinen Einzelteilen zusammengesetzt. Damit eine wirkliche Vermehrung des Virus eintritt, erzwingt er die Herstellung von mehreren Kopien seiner selbst.


5) Reifung

Nun wird das Virus (ebenfalls durch die Zelle) aus seinen Einzelteilen zusam­mengebaut.


6) Freisetzung

Die „fertigen“ neuen Viren werden nun aus der Zelle heraus geschleust. Ver­schiedene Viren benützen dabei unterschiedliche Mechanismen. Nicht selten geht die Zelle dabei zugrunde. Die neuen Viren können nun ihrerseits in andere Zellen eindringen und sich vermehren.

In der Regel kann man davon ausgehen, dass nur ein Virus eine Zelle befällt. Dies ist aber nicht zwingend so. Es können auch gleichzeitig zwei verschiedene Viren eine Zelle befallen. Es gibt zum Beispiel unter den Virusinfektionen der Leber einen Virus (Erreger der Hepatitis D), der sich nur vermehren kann, wenn die Leberzelle bereits von einem anderen Virus befallen wurde. Die besondere Gefahr einer Doppelinfektion ist, dass die zwei Virusarten ihr Erbgut untereinander austauschen können. Dadurch können gefährlichere (virulentere) neue Viren entstehen.


Und da wären wir wieder bei dem Thema, was den Seuchenforschern den Schweiß auf die Stirn treibt….


Dieses Thema wir in unseren Studienunterlagen ausführlicher behandelt, da wir unsere Teilnehmer seit 20 Jahren intensiv auf die amtsärztliche Überprüfung vorbereiten.