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Präsenz- versus Fernlernen

 
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Präsenz- versus Fernlernen
von Rolf - Dienstag, 23. Juni 2020, 11:05
 

Lernen, aber wie?

Präsenzlehrgang mit vielen Teilnehmern und Lernen in Gesellschaft oder aber Fernstudium der freien Zeiteinteilung, der individuellen Lerngestaltung, der Ortsunabhängigkeit und des freien Einzelkontaktes zum Dozenten. Für beide Formate gibt es gewiss ein Bündel an Gründen, die zu einer Entscheidung geführt haben.

Damit das Lernen v.a. aber strukturiert verlaufen kann, möchten wir Ihnen ein paar nützliche Hinweise mit in Ihren Lernprozess geben, damit auch sichergestellt ist, dass Sie erfolgreich durch diesen Lehrgang navigieren.

Lernmotivation

Lernen benötigt immer einen Antrieb. Sie sind Experte Ihres eigenen Selbst. Daher wissen Sie am besten, was Sie antreibt, um zu lernen. Wenn Sie einmal keinen Antrieb zum Lernen haben, dann sollten Sie sich auch nicht zum Lernen zwingen. Die Motivation kommt immer dann zum Ausdruck, wenn Sie plötzlich Lust dazu haben, sich mit den Lernthemen zu beschäftigen. Sicherlich ist es dabei hilfreich, im Blick zu haben, wann, wie oft und in welchen Situationen Sie die Bereitschaft zum Lernen aufbringen. Das hilft dabei seine Lernmotivation nicht aus dem Blickfeld zu verlieren und eine bestimmte Konstanz im Lernprozess zu überwachen. Oftmals geht der Lernfreude bzw. der Lust am Lernen nach einem bestimmten Zeitraum die Luft aus, dann ist es hilfreich, wenn Sie sich immer wieder daran erinnern, aus welchem Anlass und mit welcher Freude Sie sich für den (Fern) Lehrgang entschieden haben und welches Gefühl Sie bei der Anmeldung hatten. Wenn es Freude war, dann treibt diese Freude Sie gewiss wieder an.

In einem Selbsttest können Sie einmal überprüfen, welche Anlässe Sie ganz besonders motivieren und zum Lernen mit Freude bewegen:

Test :

Ich ermutige mich zum Lernen am besten

… wenn ich Ruhe habe…………………………………………………………..…… o

… wenn ich mit meiner Lerngruppe zusammen bin………………………… o

… wenn ich alleine bin………………………………………………………………… o

… wenn ich Musik dabei hören kann………………………………………………o

… wenn mich jemand zum Lernen antreibt…………………………………… o

… wenn mich das Thema ganz besonders interessiert……………………. o

… wenn ich verschiedene Medien beim Lernen benutzen kann………... o

… wenn ich unmittelbar nach dem Frühstück wach und gestärkt bin. o

… wenn mir der späte Abend die nötige Entspannung dafür bringt……. o

… bei einem guten Essen und einem gepflegten Glas Wein………………. o

… wenn der Fernseher im Hintergrund läuft……………………………………… o

… wenn ich ein eigens zum Lernen eingerichtetes Zimmer habe…………. o

… wenn ich einmal Zeit zwischen all meinen Terminen finden sollte…… o

… zu jeder Zeit…………………………………………………………………………... o

… wenn ich mir einen strikten Lernplan gemacht habe………………………o


Wenn … (schreiben Sie auf, zu welchem Anlass Sie am liebsten Lernen):



Haben Sie herausgefunden, wann Sie am liebsten Lernen? Na, dann haben Sie mit diesem Katalog zumindest schon mal eine recht verbindliche Einschätzung darüber, wann und in welchen Situationen Sie am liebsten Lernen.


Lerntypermittlung

Lange Zeit war man der Meinung, alle Menschen lernen auf die gleiche Art und Weise. Doch weit verfehlt. Alle Menschen lernen unterschiedlich und jeder hat dabei seine ganz individuelle Vorgehensweise. Diese Unterschiedlichkeit im Lernverhalten hat zur Folge, dass man herausgefunden hat, durch welche Lernkanäle Menschen die Informationen aufnehmen. Wenn man nämlich selbst für sich erkennt, wodurch einem Lernen am Leichtesten fällt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Lerninformationen auch dahin kommen, wo sie hingehören: nämlich in Ihr Gehirn!

Probieren wir das doch gleich einmal aus: Versuchen Sie anhand des folgenden Selbsttestes für sich einzuschätzen, nach welchem Wahrnehmungsschema Sie sich welchem Lerntyp zuordnen würden:

Sie befinden sich auf einem Workshop zum Thema Lernen. Hierbei werden Ihnen unterschiedliche Lernsettings vorgestellt. In einem Raum erklärt Ihnen ein Professor die wissenschaftlichen Grundlagen der Lerntheorien in einem Vortrag. Der Professor erläutert dabei die unterschiedlichen Terminologien (Fachbegriffe) und erörtert ihre theoretischen Aspekte.


Lassen Sie sich hier nieder? Ja o Nein o


In einem anderen Raum wird ein Film über die Zusammenhänge zwischen der Gehirnleistung und Lernprozessen laufen gelassen. Dieser Dokumentarfilm veranschaulicht die Erkenntnisse zu diesem Thema mit vielen Beispielen und Animationen.


Lassen Sie sich hier nieder? Ja o Nein o


Im dritten Raum, den Sie besuchen, werden Lernzusammenhänge ganz praktisch und in Interaktion mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen veranschaulicht. In diesem Setting lässt die Moderatorin die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterschiedliche Lernerfahrungen anhand von Sinneserfahrungen machen.


Lassen Sie sich hier nieder? Ja o Nein o


Der vierte Raum ist ein rein akustischer Raum. In diesem werden über Lautsprecher unterschiedliche Radioaufzeichnungen zum Thema „Lernvoraussetzungen“ ausgestrahlt. Diese Beiträge beziehen sich in der Hauptsache darauf, welche Lernerfahrungen die Radiohörer und Radiohörerinnen haben und welche Lernsettings sie zum Lernen bevorzugen.


Lassen Sie sich hier nieder? Ja o Nein o


Der fünfte und vorletzte Raum ist einer Bilderausstellung zur historischen Entwicklung des Lernens in verschiedenen Epochen gewidmet. Hier wird ausführlich in Wort und Bild von Historiker und Historikerinnen und Zeitzeugen aufgezeigt, welches Verständnis die Menschen im Laufe der Zeit jeweils hatten.


Lassen Sie sich hier nieder? Ja o Nein o


Im letzten Raum findet eine Podiumsdiskussion zum Thema „Soziale und individuelle Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen“ statt. In dieser Diskussionsrunde stehen Experten und Expertinnen aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen zur Verfügung und diskutieren mit der Öffentlichkeit über Konzepte für erfolgreiches Lernen.


Lassen Sie sich hier nieder? Ja o Nein o


Sie haben sicherlich sogleich mit erfahrenem Auge erkannt, dass es sich bei den einzelnen Präsentationen zum selben Thema um verschiedene Formen der Lernvermittlung handelt, die ganz speziell auf unterschiedliche Lerntypen abzielen. Schauen Sie sich nun einmal an, zu welchem Lerntyp sie sich selbst einordnen würden.


Der abstrakt-theoretische Lerntyp:

Wenn Sie sich bevorzugt im ersten Raum niedergelassen haben sollten, dann sind Sie womöglich ein Lerntyp, der hauptsächlich auf der abstrakten bzw. theoretischen Ebene lernt. Die Informationswahrnehmung kann dabei auf dem akustischen Kanal, aber auch durch andere Kanäle erfolgen. Die Informationsverarbeitung wird jedoch vorrangig abstrakt und theoretisch organisiert.

Der audio-visuelle Lerntyp:

Im zweiten Raum werden durch die akustische und bildliche Aufarbeitung und Darstellung des Themas bevorzugt die audio-visuellen Lerntypen angesprochen (Hören und Sehen). Die Wahrnehmung ist in diesem Fall dual gesteuert, durch zwei Kanäle, gleichzeitig durch Hören und Sehen. Die Informationsverarbeitung kann abstrakt-theoretisch oder auch konkret erfolgen.

Der haptische Lerntyp:

Im dritten Raum, dem Raum der praktischen Erfahrungsarbeit werden insbesondere solche Menschen hervorragende Lernvoraussetzungen vorfinden, die durch Sinneserfahrungen, emotionale Erfahrungen und praktisches Tun am besten lernen. Die Wahrnehmungsebene wird primär durch die Sinne geregelt. Die Informationsverarbeitung erfolgt in der Regel auf der konkret-beispielhaften Erfahrungsebene.

Der akustische Lerntyp:

Der Raum mit den Radiobeiträgen bezieht sich ausschließlich auf akustische Reize, also auf das Zuhören. Menschen, die über ein besonders gut ausgeprägtes Gehör und damit verbundenes Zuhörverhalten verfügen, beziehen ihre Lerninformationen bevorzugt über den Audiokanal. Die Wahrnehmung der Informationen erfolgt demnach vornehmlich auf der akustischen Ebene und die Informationsverarbeitung muss die akustischen Reize in entsprechende Symbolik und Erklärungsmuster transformieren.

Der visuelle Lerntyp:

Der fünfte Raum hat die Lerninformationen in der Hauptsache mit Text und beigefügtem Bildmaterial aufbereitet. Hier werden vor allem diejenigen Lerntypen auf ihre Kosten kommen, die ihre Informationen gerne rein visuell, also in diesem Fall über das Lesen aufnehmen. Die Informationswahrnehmung erfolgt über das Sehen bzw. den Lesevorgang. Die Informationsverarbeitung wird über die Bedeutungszuweisung des Gelesenen gesteuert.

Der verbale Lerntyp:

Im letzten Raum, dem Raum der Podiumsdiskussion, bezieht die / der Lernende ihre / seine Lerninformationen hauptsächlich durch die verbale Auseinandersetzung innerhalb unterschiedlicher Gesprächssituationen (siehe hierzu Studienanleitung 4) mit anderen Menschen zum Thema. Die Wahrnehmungsebene ist hier ein interaktiver Prozess zwischen Zuhören, Informationsvergleich und eigenem Wortbeitrag. Die Informationsverarbeitung erfolgt in einem ständigen Vergleich zwischen dem Gehörten, dem eigenen Wissenstand und der Schlussfolgerung, die geäußert wird.


Haben Sie Ihren Lerntyp herausgefunden? Diese Lerntypenbeispiele erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern sie möchten Ihnen in einem ersten Schritt veranschaulichen, nach welchen unterschiedlichen Lernarrangements Sie bevorzugt lernen möchten. Aber selbst anhand dieser Beispiele ist bereits zu vermuten, dass Sie möglicherweise nicht nur einen einzelnen Lerntyp in sich beherbergen. Sicherlich sind auch Sie ein Mensch, der viele Lerntypen in sich vereint. Damit kann Ihnen vor allem bewußt werden, welche Lernkanäle Sie bevorzugt verwenden. Das erleichtert das Lernen ungemein, egal ob Sie sich ihre Lernanreize aus den Präsenzveranstaltungen holen oder das Format Fernlernen bevorzugen.