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Mikrobiom, Dysbiose und Candidose - Hauterkrankungen, Unwohlsein, Depression und Übergewicht

 
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Mikrobiom, Dysbiose und Candidose - Hauterkrankungen, Unwohlsein, Depression und Übergewicht
von Thomas - Montag, 3. August 2020, 10:30
 
Mikrobiom, Dysbiose und Candidose -
Hauterkrankungen, Unwohlsein, Depression und Übergewicht?
Oft liegt das an Hefepilzen – doch kaum einer weiß es!


Eine Candidose ist eine Infektion der Haut, der Schleimhäute oder der inneren Organe mit einem Hefepilz der Gattung Candida. Erreger der auch als Candidiasis, Candidamykose oder Hefemykose bezeichneten Erkrankung ist meist Candida albicans. Eine Candidose der Haut oder Schleimhäute bezeichnet man auch als "Soor".

1. Wie entsteht eine Dysbiose des Darmes mit einer Candidose?

Bei einem Großteil der gesunden Bevölkerung finden sich Candidapilze in geringen Mengen auf den Schleimhäuten des Nasen-Rachen-Raums und des Magen-Darm-Traktes. Normalerweise verhindert eine intakte Keimflora (Mikrobiom) ein übermäßiges Wachstum der Candidapilze. Sie kann jedoch durch viele Faktoren gestört werden (Dysbiose).
Dazu zählen ein geschwächtes Immunsystem, die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), Krebserkrankungen und bestimmte Medikamente, zum Beispiel Antibiotika.
Auch Schwangere sind anfälliger für Pilzinfektionen.

Unter feucht-warmen Bedingungen wachsen Candidapilze besonders gut. Diese herrschen zum Beispiel unter synthetischer Kleidung oder im Windelbereich. Auch ein Wärmestau in Hautfalten begünstigt das Pilzwachstum. In Zehen- und Fingerzwischenräumen sowie bei Übergewichtigen in Hautfalten unter den Brüsten oder in den Leistenbeugen kann es daher
zu einer Candidose kommen.

Candida-Hefepilze sitzen in fast jedem Darm. Beginnen sie bei einer fehlerhaften und „unsauberen“ Ernährungsweise und der daraus resultierenden Schädigung der Schleimhäute und damit des Immunsystems zu wuchern, macht die Verdauung schlapp und wir nehmen zu. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Hefepilzen liegt dabei etwa bei einer halbstündigen Verdopplung. Abhilfe bietet eine Ernährung, die „gute“ Darmbakterien fördert und auf alles verzichtet, was Candida-Pilzen schmeckt.

Candida ist ein Hefepilz, der in geringen Mengen zu den natürlichen „Bewohnern“ unseres Organismus gehört. Er lebt in verschiedenen Unterarten auf Haut und Schleimhaut, aber auch im Darm. Candida ist harmlos, solange der Pilz nur in geringer Menge vorkommt.

Beginnt er aber zu wuchern, kommt es zum Beispiel im Mund zu einem Soor genannten Belag, im Genitalbereich zu Juckreiz und weißlichem Ausfluss und im Darm zu Verdauungsstörungen: Verstopfung, Durchfall oder beides im Wechsel, Krämpfe und
starke Blähungen. Außerdem macht ein Candida-Befall müde und träge.
Es entwickeln sich Schlafstörungen, Muskelschwäche, Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwäche, Hauterkrankungen, chronisches Asthma, Allergien und Depressionen. Auch unerwünschte Extra-Kilos lassen nicht lange auf sich warten.

2. Der Hefepilz liebt Zucker als Nahrung und wird Kohlenhydrat-Konkurrent des Gehirns

Im Darm kann sich Candida breitmachen, wenn die natürliche Bakterienkolonie aus dem Gleichgewicht gerät. Oft ist das die Folge einer Antibiotika-Behandlung. Aber auch ein angeschlagenes Immunsystem kann Candida wuchern lassen. Und schließlich ist ein hoher Zuckerkonsum die Grundlage dafür, dass Candida-Hefezellen expandieren und der schädliche Pilz die Darminnenwand überzieht. Als Abfallprodukte fallen Ammoniak und Fusel-Alkohol an, die als Neurotoxine die Leber belasten und mühelos 0,1 bis 0,2 Promille Alkohol im Blut gemessen werden können!

Ein starker Candida-Befall kann durch eine medikamentöse Anti-Pilz-Kur bekämpft werden. Meist aber lässt sich Candida im Darm durch eine gezielte Ernährung zurückdrängen.
Bei geschickter Kombination der geeigneten Lebensmittel fallen auch noch etliche Pfunde.

3. Mehr "gute" Darmbakterien erzeugen

Die Anti-Candida-Diät setzt auf Lebensmittel, die vermehrt „gute“ Darmbakterien wachsen lassen, also solche, die für eine regelmäßige und zügige Verdauung sorgen und den Candida-Pilz zurückdrängen.

Die zentrale Stellschraube der Diät ist der weitestgehende Verzicht auf (kurzkettige Einfach-) Zucker, der „Lieblingsmahlzeit“ des Candida-Pilzes. Auch schnell verdauliche Kohlenhydrate und laktosereiche Milchprodukte sollten für eine Weile vom Speiseplan verschwinden. Erlaubt sind stattdessen Gemüsesorten, die wenig Stärke enthalten, Obst mit geringem Zuckeranteil, glutenfreies Getreide sowie gesunde Proteine.

4. Candida-Bekämpfung kann mehrere Wochen oder Monate dauern

Die Candida-Diät muss nicht, aber kann mit einigen „Detox“-Tagen begonnen werden.
Dabei sollen ausschließlich Wasser, Kräutertee, gedämpftes Gemüse, Würz-Kräuter und
gutes Öl konsumiert werden.

Die eigentliche Diät kann sich dann mehrere Wochen bis mehrere Monate hinziehen. Der Speiseplan ist ausgewogen und soll alle wichtigen Nährstoffe liefern.

Der Verzicht bleibt, etwa auf:

  • Zucker, Zuckerersatz und gezuckerte Getränke
  • schnell verwertbare Kohlenhydrate, etwa Nudeln und Backwaren aus Weißmehl
  • Gemüse mit viel Stärke (Kartoffeln, aber auch Hülsenfrüchte)
  • Obst mit hohem Zuckergehalt (Trauben, Mango, Trockenfrüchte)
  • Fertiggerichte und industriell verarbeitete Lebensmittel
  • Kaffee und Alkohol
  • rotes Fleisch und Wurstwaren

Erlaubt sind während der Candida-Diät-Wochen:

  • Zuckerarme Früchte (Beeren, Zitrusfrüchte)
  • Stärkearmes Gemüse, etwa Paprika, Fenchel, Karotten, Tomaten, Spinat
  • Vollkorn-Produkte und glutenfreies Getreide
  • Mageres Fleisch und Fisch
  • Gartenkräuter und Gewürze
  • Kaltgepresste Öle, etwa Oliven-, Walnuss- oder Leinsamenöl
  • Fettarme Milchprodukte, besonders Joghurt mit seinen probiotischen Bakterien

Außerdem sollten Lebensmittel in den Speiseplan eingebaut werden, deren aktive Wirkung gegen Candida-Hefe zumindest im Labor nachgewiesen sind:

  • Knoblauch bekämpft mit dem Wirkstoff Allicin die Candida-Hefepilze
  • Kokosöl hat mit seiner Laurinsäure antimykotische Wirkung
  • Der Farbstoff Curcumin im Kurkuma-Gewürz tötet Candida-Hefen
  • Kombucha – seine Polyphenole töten Candida-Pilze ab

5. Die Kilos purzeln oft zusätzlich nebenbei

Weil die Candida-Diät konsequent auf die meisten Dickmacher verzichtet, werden damit automatisch überflüssige Pfunde verschwinden. Und der danach wieder normal funktionierende Darm hilft dabei, das neue Gewicht und den fitten Körper zu erhalten.

Ist der Pilz im Darm besiegt, dürfen Sie auch wieder verbotene Lebensmittel in die Ernährung einbauen. Aber Fastfood, fettes und stark gezuckertes Essen wird Ihnen nach der Diät wahrscheinlich gar nicht mehr schmecken.