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Evidenzbasierter Nachweis der Selbstheilungskräfte bei Covid-19-Infektion (Einzelstudie, veröffentlicht am 16.03.2020)

 
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Evidenzbasierter Nachweis der Selbstheilungskräfte bei Covid-19-Infektion (Einzelstudie, veröffentlicht am 16.03.2020)
von Thomas - Dienstag, 23. Juni 2020, 11:16
 

Viele stellen sich die Frage, wie es sein kann, dass so ein großer Teil der Betroffenen „einfach so“ wieder gesund wird? Dieser Frage sind nun australische Forscher*innen nachgegangen.
Sie haben den Fall einer 47-jährigen Erkrankten begleitet und ihre Genesung in einer im "Nature Medicine"-Magazin am 16.03.2020 veröffentlichten Einzelfallstudie exakt wie folgt beschrieben:

"[...] Die Frau klagte elf Tage nach einer Rückkehr aus Wuhan über Abgeschlagenheit, Halsschmerzen, trockenen Husten,
Schmerzen in der Brust, leichte Atemnot und Fieber. Bei der Aufnahme in ein Krankenhaus in Melbourne stellten die Ärzte
eine Körpertemperatur von 38,5 Grad Celsius bei ihr fest sowie einen Puls von 120 und einen Blutdruck von 140 zu 80 .
Beim Ausatmen hörten sie Rasselgeräusche in der Lunge.

Am vierten Tag in der Klinik fanden die Ärzte das neuartige Coronavirus in einem Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum.
Dasselbe beobachteten sie an den Tagen fünf und sechs. An Tag sechs konnten sie die Viren auch in Stuhl und Spucke nachweisen – und an Tag sieben war der Nasen-Rachen-Abstrich bereits negativ, sprich:
Das Immunsystem hatte die Infektion unter Kontrolle.

Die Corona-Patientin erhielt keine Medikamente!

Die 47-Jährige erholte sich in den folgenden Tagen von der Erkrankung - ganz ohne Sauerstoff, Steroide
oder antivirale Medikamente.
An Tag elf wurde sie in Selbst-Quarantäne nach Hause entlassen und konnte laut Bericht innerhalb der folgenden Tage vollständig genesen.
An Tag 13 war die Frau vollkommen symptomfrei. Auch bei einer Kontrolle an Tag 20 war sie es immer noch.

Während ihrer Behandlung wurde die Frau von einem Forscherteam um Katherine Kedzierska vom Doherty Institut
in Melbourne begleitet. Es führte immunologische Untersuchungen durch, um die Reaktion des Immunsystems nachvollziehen zu können.

Immunzellen im Blut geben auch bei Grippe Anzeichen für Heilung!


„Drei Tage, nachdem die Patientin im Krankenhaus aufgenommen wurde, sahen wir große Mengen verschiedener Immunzellen.
Diese sind oftmals während einer Grippesaison ein erstes Anzeichen dafür, dass sich der Patient erholt.
Also sagten wir voraus, dass sich die Patientin in drei Tagen erholen würde – und das ist genau das, was passierte“,
erklärt dazu Oanh Nguyen, Mit-Autorin der Studie.

Erstes Zeichen einer messbaren Immunreaktion habe es dann an Tag sieben gegeben, als die Viren bereits
aus dem Abstrich verschwunden waren. Dort fanden die Ärzte bei der immunologischen Untersuchung
einen Anstieg der Antikörper-produzierenden Zellen. Den höchsten Wert erreichten diese an Tag acht.

T-Helferzellen erhöht, Monozyten vermindert!

Es sei in dieser Zeit zu einem Anstieg der follikulären T-Helferzellen gekommen.
Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Produktion von Antikörpern.

Auch die sogenannten CD8-positiven T-Zellen seien angestiegen.
Sie haben die Aufgabe, alle Zellen zu zerstören, in denen sich Viren vermehren.
Ebenso angestiegen seien die sogenannten CD4-Zellen, die auch zu den T-Helferzellen gehören.

Die Anzahl der Monozyten sei dagegen vermindert gewesen. Studienautorin Kedzierka deutet das als ein Zeichen dafür,
dass diese Zellen für die Beseitigung der Folgen der Lungenentzündung rekrutiert wurden.
Denn Monozyten sind für die Beseitigung von zerstörten Zellen zuständig.
Die Vermutung liegt also nahe, dass die Monozyten vom Blut zum Ort der Infektion ausgeschieden wurden.

„Wir konnten zeigen, dass obwohl Covid-19 von einem neuartigen Virus verursacht wird, eine robuste Immunantwort
über unterschiedliche Zelltypen mit einer klinischen Erholung verbunden werden konnte – ähnlich zu dem,
was wir bei Influenza beobachten“, sagt dazu Katherine Kedzierka.

Das sei ein „unglaublicher Fortschritt“ wenn es darum geht, die Heilung von Covid-19 zu verstehen.
Die Forscher hoffen nun, ihre Arbeit international ausbauen zu können, um zu verstehen, warum Menschen
an Covid-19 sterben und um weiteres Wissen für Covid-19 und künftige Viruserkrankungen aufzubauen.[...]"


Quelle: Thevarajan, I., Nguyen, T. H. O., Kedzierska, K. in "Nature Medicine" (2020), veröffentlicht am 16. März 2020:
"Breadth of concomitant immune responses prior to patient recovery: a Case report of non-severe COVID-19"

Interessant hierzu ist mein Artikel im Fachbereich TCM zur Virusinfektion aus Sicht der TCM von letzter Woche;)!


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Re: Evidenzbasierter Nachweis der Selbstheilungskräfte bei Covid-19-Infektion (Einzelstudie, veröffentlicht am 16.03.2020)
von Rolf - Dienstag, 23. Juni 2020, 11:16
 

Kampfsportler sind in dieser Zeit klar im Vorteil.